Das vorrangige Ziel der vorliegenden Studie ist es, einen umfassenden Überblick zu vermitteln und den Blickwinkel vom lokalen Kontext von Kavala/Thasos auf eine europäische Herangehensweise an das Thema zu verlagern. Das Projekt CCS Prinos[1] ist nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern Teil einer europaweiten Strategie zur Dekarbonisierung. Es geht darum, die Position Griechenlands in dieser komplexen Thematik im Rahmen einer nationalen Entwicklungspolitik zu ergründen. Sollte eine Politik fortgesetzt werden, die darauf abzielt, unser nationales Land zu opfern, um saubere Energie vor allem für Exportzwecke – insbesondere für die Rechenzentren im Norden – bereitzustellen oder die CO₂-Emissionen -Emissionen in unserem Hinterhof fortgesetzt wird, wird sie weder Energie erzeugen noch einen Mehrwert für unser Land schaffen.
Das CCS-Projekt in Prinos ist kein Einzelfall, sondern Teil einer umfassenderen energiepolitischen Strategie, die darauf abzielt, Nordgriechenland und die Nordägäis zu einem wichtigen Energieknotenpunkt für Südosteuropa zu machen. Für die Region Kavala und insbesondere für Thasos entsteht dadurch ein Spannungsfeld zwischen ihrer Rolle als Energiezentrum, dem Schutz der Umwelt und der Landschaft sowie der Bedeutung des Tourismus für die lokale Wirtschaft.
Die lokale Wirtschaft hängt in hohem Maße vom Tourismus und dem Image einer unberührten Natur- und Meereslandschaft ab. Aus diesen Gründen besteht seitens der lokalen Bevölkerung die Befürchtung, dass dieses Projekt die Attraktivität der Region als erstklassiges Reiseziel negativ beeinflussen wird.
Die folgende Analyse fasst das Werk von Prinos zusammen und konzentriert sich auf das neue Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Peripherie und der Metropole. Wir werden uns vor allem mit einigen grundlegenden Finanzierungsinstrumenten befassen, die die EU zur Umsetzung der Energiewende und zur Stärkung dieser Abhängigkeit geschaffen hat.
Lambros Sakellariou
Juni 2026

