Das Klima ändert sich – Der Widerstand gegen das CCS-Projekt bei Thassos wächst
Das Klima ändert sich: Der Widerstand gegen das Projekt wächst CCS bei Thassos
Von Lambros Sakellariou
Stargate 30/09/2025
Was zunächst als innovatives Projekt für den Klimaschutz präsentiert wurde, wird in der Region zunehmend in Frage gestellt. Dies ist das allgemeine Fazit der informativen Diskussion über die CO2-Speicherung in Prinos auf Thassos, die gestern (29.9.2025) im Regionalrat stattfand. Die geplante Lagerung von CO₂ in den erschöpften Ölfeldern von Prinos, in der Nähe von Thassos, ruft nicht nur in der örtlichen Gemeinde, sondern nun auch auf allgemeiner politischer Ebene starke Reaktionen hervor.
Wachsendes Misstrauen in der Gesellschaft
In den letzten Monaten haben Bürgerinitiativen, Gewerkschaften, Verbände und lokale Organisationen ihren Widerstand gegen das Projekt offen zum Ausdruck gebracht. Hunderte von Demonstranten haben bereits gegen die Pläne von Energean protestiert. Die Befürchtungen konzentrieren sich vor allem auf die Auswirkungen auf die Umwelt und die öffentliche Gesundheit: Es ist die Rede von möglichen Leckagen, die das Meer, die Küsten und die Ökosysteme beeinträchtigen könnten.
Gleichzeitig werden ernste wirtschaftliche Bedenken geäußert. Tourismus und Fischerei – die beiden wichtigsten Säulen der lokalen Wirtschaft – werden durch das negative Image einer „Kohlenstoffsenke“ als gefährdet angesehen. Ein Beweis dafür, dass es sich um ein Projekt von nationaler Bedeutung handelt, konnte nicht erbracht werden. Die Argumentation der Verantwortlichen war sehr schwach, während die Gemeinde inzwischen sehr gut und umfassend informiert ist. Viele Einwohner haben das Gefühl, dass sie von den Verantwortlichen nicht ausreichend informiert und überhaupt nicht in die Entscheidungen einbezogen werden, was das Gefühl des Misstrauens noch verstärkt. Die „chinesische Mauer“, die die Regierung und Energean der Gemeinde in den letzten zwei Jahren vorenthalten haben, wird nun zum Bumerang für die Verantwortlichen.
Risse in der politischen Unterstützung
Das gestrige Treffen in Komotini hat gezeigt, dass der Widerstand nicht mehr auf die Zivilgesellschaft beschränkt ist. Fast alle Fraktionen forderten eine Klärung der Projektkriterien, der Sicherheitsmaßnahmen und der möglichen Folgen für die Umwelt und die lokale Wirtschaft. Gleichzeitig stehen auch die gewählten Vertreter der lokalen Regierung unter Druck und fordern mehr Transparenz und Beteiligung. Bei dem gestrigen Treffen wurde deutlich, dass die Debatte wird nun auf die Seite der Gesellschaft verlagert. Es ist schwer, Wahlen zu gewinnen, indem man auf das Projekt setzt.
So wird das Projekt, das lange Zeit von der Regierung und dem Unternehmen als unvermeidlich und notwendig dargestellt wurde, nun zu einer politischen Konfrontation. Das Bild einer reibungslosen Akzeptanz ist nun umgestoßen worden.
Wendepunkt
Alles deutet auf einen entscheidenden Wendepunkt hin: Während das CCS-Projekt anfangs von vielen als moderne Antwort auf die Klimakrise angesehen wurde, überwiegt heute der Unglaube. Proteste, parlamentarische Interventionen und eine zunehmende Zahl öffentlicher Verlautbarungen zeigen, dass sich die von Energean unterstützte Neutralität der Gesellschaft in eine Flut von Leugnungen des Projekts verwandelt hat.
Auch das allgemeine politische Klima trägt dazu bei. Die Unterstützung für die aktuelle Klimapolitik wackelt stark. Es ist schwer abzuschätzen, wie lange Ursula von der Leyen noch auf diesem Kurs bleiben wird. Die Partei AFD in Deutschland, die zur stärksten politischen Kraft geworden ist, kämpft massiv gegen diese Politik, die Milliarden verschlingt. In den Vereinigten Staaten beobachten wir ähnliche Tendenzen gegen die Verstärkung der einseitigen europäischen Maßnahmen zum Klimawandel.
Ob es den Verantwortlichen gelingen wird, das Vertrauen zurückzugewinnen – durch unabhängige Studien, stärkere Konsultationen mit den Bürgern oder stärkere Garantien für Sicherheit und Nutzen – bleibt ungewiss. Sicher ist, dass die Debatte über CCS auf Thassos nicht mehr nur technisch ist, sondern politisch und gesellschaftlich stark aufgeladen. Die Bemühungen von des stellvertretenden Ministers für Umwelt und Energie, Herrn Tsafos, mit dem Papier der Ausgleichsmaßnahmen zu überzeugen, stieß auf taube Ohren. Das hat viel gezeigt, aber eines hat es nicht gezeigt: Führungsstärke, Strategie und Vision für die Zukunft unseres Landes. Herr Kyriakides betonte mit einem klaren „NEIN“ nachdrücklich, dass keine Ausgleichsmaßnahme wird das Grundproblem nicht lösen , mit dem die Insel konfrontiert wird, wenn eine solche „Investition“ durchgeführt wird.

